Archiv

Archiv

Das DiLab - Raum für Lehrinnovation

Open DiLab Day im Klassenzimmer der Zukunft

Am Mittwoch, den 24. Mai war es wieder soweit: Unter dem Motto „Gib dem DiLab ein Gesicht“ öffnete das Didaktische Labor erneut seine Türen: Sowohl Lehramtsstudierende und Dozierende wie auch weitere Interessierte wurden herzlich willkommen geheißen, die vielfältigen Möglichkeiten des DiLab kennenzulernen. Dabei konnten sich die Besucherinnen und Besucher selbst ein Bild vom „Klassenzimmer der Zukunft“ und von den Lehrprojekten machen, die im DiLab innovative Lehrformate enwickeln. An unterschiedlichen Stationen ließ sich außerdem ein Einblick in die entstehenden pädagogisch-didaktischen Konzepte gewinnen und die Ausstattung des DiLab, unter anderem Dokumentenkameras, Green Screen und interaktive Tafeln (großformatige Touch-Displays), ausprobieren.

Viele Gäste begrüßten sowohl die gesteigerte Interaktivität für die Unterrichtsgestaltung wie auch die verstärkte Praxisnähe, die damit in der Lehrerbildung angestrebt wird: An vielen Schulen gehören Dokumentenkameras oder auch interaktive Whiteboards zwar schon zur Ausstattung. Eingesetzt werden sie aber häufig noch sehr zögerlich, und ihre pädagogisch-didaktischen Potenziale werden oft noch nicht ausgeschöpft.

Raum für Lehrinnovation

Das Projekt SKILL setzt in der universitären Lehrerbildung genau an dieser Stelle an: Mit dem DiLab steht Studierenden, Lehrenden in der Lehrerbildung und den mit SKILL kooperierenden Schulen ein hochmoderner Unterrichtsraum zur Verfügung. Die vier SKILL-Lehrprojekte aus den Bereichen Germanistik, Information and Media Literacy, Kunst Musik Sport sowie Mathematik erproben dort bereits innovative Lehr- und Lernformen. Das DiLab öffnet darüber hinaus für alle Interessierten regelmäßig seine Türen. Getragen wird das BMBF-Projekt vom Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik der Universität Passau (ZLF) in Zusammenarbeit mit zahlreichen Passauer Hochschullehrenden und natürlich wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Es ist Teil der Qualitätsoffensive Lehrerbildung von Bund und Ländern.

Erste Eindrücke über das Potenzial des Raumes vermittelt auch der im Frühjahr entstandene Film über das DiLab.

Angebote im DiLab

Für Studierende

Für Studierende steht das DiLab im Rahmen der „Open DiLab Hours“ wöchentlich mehrere Stunden für das Ausprobieren eigener Unterrichtssequenzen, die Gestaltung von Lernumgebungen oder die Produktion von Lernmaterial zur Verfügung. Die Studierenden profitieren außerdem von den Lehrveranstaltungen der SKILL-Lehrprojekte. Außerhalb der Open DiLab Hours hält das SKILL-Beratungsnetzwerk Informationen und Ansprechpartner für Studierende bereit.

Für Lehrende

Lehrende haben die Möglichkeit, an den Einweisungen in das Didaktische Labor für Dozierende teilzunehmen. Zudem ist das DiLab der Ort für das Lehrkolleg, dem Forum für die hochschuldidaktische Professionalisierung speziell in der Lehrerbildung.

Für Schulen

Schulen können das DiLab nutzen, wenn sie zu den SKILL-Kooperationspartnern gehören. Mit ihnen finden regelmäßige Veranstaltungen und Fortbildungen im Rahmen des Projekts SKILL statt. In Zukunft sollen auch weitere Lehrkräfte und Schulen im Rahmen von speziellen „Open DiLab Days für Schulen“ das Klassenzimmer der Zukunft kennenlernen können. Diese werden voraussichtlich im Wintersemester 2017/2018 stattfinden.

Der Ideenwettbewerb Gib dem DiLab ein Gesicht läuft noch bis zum 2. Juli 2017.

Brauche ich zum Verständnis eines Kinderbuches ein wissenschaftliches Instrumentarium? Was bringt mir das für meinen Unterricht mit Grund- oder Hauptschulkindern? Genügen nicht ein intuitiver Zugang und viel guter Wille? Welche Art von „Textverstehen“ ist wissenschaftlich und zugleich für die Unterrichtspraxis bedeutsam? Mit diesen Fragen besuchten neun Studentinnen das erste SKILL-Seminar an der Universität Passau. SKILL ist ein vom BMBF gefördertes Projekt, in welchem neue Seminar- und Prüfungsformate sowie innovative Lehr- und Lernmethoden in einem “Klassenzimmer der Zukunft” erprobt werden. Im Teilbereich Germanistik geht es darum, Fachwissenschaft und Fachdidaktik zu verknüpfen und durch diese aktive Verbindung eine höhere Anwendbarkeit des erworbenen Wissens zu ermöglichen.

In einem fünftägigen Blockseminar im September 2016 beschäftigten sich die Teilnehmerinnen unter der gemeinsamen Leitung der beiden Dozentinnen Romina Seefried (Literaturwissenschaft) und Mirjam Dick (Didaktik der deutschen Sprache und Literatur) eigenaktiv mit den Begriffen und Konzepten eines literatursemiotischen Lehrwerkes und wandten diese sogleich kreativ auf ein kinderliterarisches Werk ihrer Wahl an. Die Wege der Erarbeitung und Dokumentation waren frei und vielfältig. So entstanden beispielsweise aussagekräftige Lernlandkarten, die passend zum Gegenstand Literatursemiotik von den Studentinnen gestaltet wurden.  An den interaktiven Whiteboards wurden Zwischenergebnisse präsentiert und die Studentinnen entwickelten prototypische Unterrichtsentwürfe.

Das Ergebnis: viele Aha- und Erfolgserlebnisse (siehe Foto), ein gewachsenes Professions- und Selbstbewusstsein und beeindruckende unterrichtspraktische Materialien wie Legevideos und Hörspiele, die stolz auf einer abschließenden Mini-Konferenz am 2. Dezember präsentiert wurden. “Es war ein sehr spannendes erstes Modellseminar”, fasst die Dozentin Mirjam Dick zusammen: “Es hat sich gelohnt, Lehrerbildung anders zu denken, nämlich fächerverbindend und methodisch vielfältig. Wir konnten auf diese Weise die Vorurteile gegenüber einem angeblich verkopften Zugang zu literarischen Texten aufbrechen und den didaktischen Gewinn erfahrbar machen. Wissen und Können haben zu einem echten Kompetenzzuwachs geführt.“ Schon im nächsten Semester wird es eine weitere Veranstaltung zu diesem Thema geben.

Wissenschaftlich und praktisch zugleich – der professionelle Blick auf Kinderliteratur

Mini-Konferenz des SKILL-Teilprojekts Germanistik (Foto: Mirjam Dick und Romina Seefried)
Neun Lehramtsstudentinnen präsentieren ihre Ergebnisse aus dem ersten SKILL-Modellseminar auf einer Mini-Konferenz

SKILL bei Programmkongress zur Qualitätsoffensive

Es tut sich was in der Lehramtsausbildung! Digitale Medien, Stärkung des Praxisbezugs, professionelle Beratungsangebote und die Vernetzung von Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaft sind nur einige Schwerpunkte der insgesamt 49 Projekte, die in das bundesweite Förderprogramm Qualitätsoffensive Lehrerbildung aufgenommen wurden. Zum 1. Programmkongress in Berlin am 10./11. Oktober 2016 kamen über 500 Vertreterinnen und Vertreter aus den Projekten und aus Einrichtungen mit Bezug zur Lehramtsausbildung, um sich über diese und andere Themen auszutauschen. Das Projekt SKILL stellte im Rahmen einer Posterausstellung die verschiedenen Passauer Teilprojekte – Germanistik, Information and Media Literacy, Kunst Musik Sport und Mathematik – mit ihren Zielen vor.

Das SKILL-Team beim Programmkongress (Foto: André Wagenzik)
Von links nach rechts: Dr. Sabrina Kufner, Ines Brachmann, Susanne Lermer, Prof. Dr. Jutta Mägdefrau, Dr. Christian Müller.

Digitalisierung der Bildung

SKILL im Überblick (Poster: Universität Passau)

Nicht nur in der Eröffnungsrede von Bildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka, sondern auch in den Vorträgen und Diskussionen wurden mehrfach die Komplexität der Digitalisierung in der Bildung deutlich. Die renommierten Expertinnen und Experten waren sich dabei einig, dass Maßnahmen zur Medienkompetenz in den Aus- und Fortbildungsprogrammen der Lehrkräfte von morgen dringend geboten seien. In Passau wird diese Herausforderung unter anderem im Teilprojekt Information and Media Literacy reflektiert und angenommen: Ziel des Teilprojekts ist es, Lehrkräften in interdisziplinären und überfakultären Lehrformaten notwendiges Grundwissen und methodische Fertigkeiten im Umgang mit Medien, Technik und Informationen zu vermitteln. Seit dem Wintersemester 2017 steht an der Universität mit den Didaktischen Labor außerdem ein „Klassenzimmer der Zukunft“ zur Verfügung, in dem eine moderne mediale Ausstattung Freiraum für die Erprobung innovativer, interdisziplinärer Modellseminare schaff.

Lehramtsausbildung auf dem Prüfstand

In den Vorträgen wurde mehrfach auf die Bedeutung einer begleitenden Evaluationsforschung im Projektverlauf hingewiesen, um die Erreichung der gesteckten Ziele prüfen zu können. Viele Projekte setzen heute videographierte Unterrichtsbeobachtungen in der Lehrerbildung ein. Damit kann die Entwicklung der Unterrichtskompetenzen von Lehrkräften in Schule und Universität gefördert und analysiert werden. Auch in Passau werden hierzu im Didaktischen Labor die medientechnischen Voraussetzungen geschaffen.

Das Passauer Beratungsnetzwerk als Modellprojekt

Einen aktiven Beitrag zur Diskussion im Forum „Eignungsfeststellung und Beratung“ lieferte Susanne Lermer (Fachstelle für Studierendenberatung). Sie stellte das Konzept für das entstehende Passauer „Beratungsnetzwerk Lehramt“ vor. Es wird die bereits bestehenden Beratungsangebote an der Universität Passau verbinden und dadurch Lehramtsstudierenden über das gesamte Studium hinweg als Orientierungshilfe zur Verfügung stehen.